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34. Internationales Wasserbau-Symposium Aachen (IWASA)

6. und 7. Januar 2004

Programm

Dienstag, 6. Januar 2004

  • Problematik
  • Mobiler Hochwasserschutz
  • Risiko

Mittwoch, 7. Januar 2004

  • Grundwasser
  • Ausgewählte Projekte

Das Programm steht auch als PDF-Dokument zur Verfügung.

Hochwasserschutz - eindeichen oder ausweichen

Aus gegebenen Anlässen wird das Thema Hochwasser seit rund fünfzehn Jahren von Fachleuten verstärkt diskutiert. Die Thematik wurde insbesondere im August 2002 auch der breiten Öffentlichkeit ins Bewusstsein gerufen, denn durch die starke Betroffenheit der Menschen wurde ein Naturereignis zur Naturkatastrophe. Bei der Aufarbeitung dieser Ereignisse blieben viele Fragen unbeantwortet und es kam zu vorschnellen Schuldzuweisungen, meist ohne sich vorher ein objektives Urteil zu bilden.

Seit Herbst letzten Jahres finden deshalb Tagungen und Konferenzen zur Problematik Hochwasser in geradezu inflationärer Häufigkeit statt. Selbst auf Messen ist das Thema jetzt aktuell - Hochwasser wird zur Geschäftsidee. In dieser Situation stellt sich die Frage, ob es gerechtfertigt ist, wenn das Institut für Wasserbau und Wasserwirtschaft der RWTH Aachen sein nächstes jährliches Internationales Wasserbau-Symposium Aachen (IWASA) dem Thema "Hochwasserschutz - eindeichen oder ausweichen" widmet.

Die Thematik Hochwasser spannt ein breites Problemfeld auf mit einem ausgesprochen interdisziplinären Charakter. Den Anfang bildet dabei die Vorhersage, bei der Klimatologen, Meteorologen und Hydrologen gleichermaßen angesprochen sind. Das Spektrum setzt sich fort über die Abflussbildung in der Landschaft, mündet ein in den Abflussvorgang im Gewässer, der zum Aufgabengebiet der Hydromechaniker und Wasserbauer zählt, und umfasst darüber hinaus das Meldewesen sowie das Hochwassermanagement. Kann der Starkabfluss nicht auf natürliche Weise abgeführt werden, kommen Vorsorgemaßnahmen, Schutzeinrichtungen und die Schadensbekämpfung hinzu. Werden die Bemessungswerte überschritten, müssen Fragen des Umgangs mit dem Risiko beantwortet werden. Auf allen Feldern besteht ein nicht unerheblicher Forschungs- und Nachholbedarf.

Basierend auf der Erfahrung aus zahlreichen Forschungsarbeiten engagiert sich das Institut für Wasserbau und Wasserwirtschaft der RWTH Aachen besonders im Hochwasserschutz vor Ort, an konkreten Objekten sowie in der damit verbundenen Hochwasservorsorge, die später durch bauliche oder administrative Maßnahmen realisiert werden.

Der erste Vortragsblock "Problematik" soll die oben geschilderten Sachverhalte und die damit verbundenen Schwierigkeiten erläutern. Dabei werden spezielle Fragenstellungen für die Region des Niederrheins behandelt, bevor dann kleine Einzugsgebiete mit starkem Sohlgefälle betrachtet werden. Gerade letzteren mit den massiv dynamischen Auswirkungen des Hochwassers wurde in der Vergangenheit zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt.

Im zweiten Block "Mobiler Hochwasserschutz" wird ein Themenkomplex mit stetig wachsender Bedeutung behandelt, der versucht, die Brücke zwischen Normal- und Ausnahmezustand zu schlagen. Bei den hier eingesetzten Lösungen sind die technischen Voraussetzungen jedoch genauso sorgfältig zu erfüllen wie bei den stationären Anlagen. Der Faszination über die Lösung steht oftmals ein mangelndes physikalisches Bewusstsein gegenüber. Neben der Vorstellung der vielfältigen Möglichkeiten und ihrer Vor- und Nachteile sollen konkrete Anwendungsbereiche im städtischen Raum und im Katastrophenfall vorgestellt werden.

Keine Anlage ist hundertprozentig sicher und jede Bemessungsgröße kann, wenn auch sehr selten, überschritten werden. Deshalb wird im dritten Vortragsblock "Risiko" zunächst das umfassende Verfahren der Risikobetrachtung bei Hochwasser vorgestellt. Der Aspekt der Risikoakzeptanz sowie konkrete Vorschläge zur Risikominderung werden anschließend ausführlich erörtert.

Üblicherweise wird ein Hochwasser als Oberflächenabfluss wahrgenommen, zumal dieser Abfluss meist die größten Schäden verursacht. Jeder Oberflächenabfluss korrespondiert aber mit einem unterirdischen Abfluss. Der vierte Themenblock "Grundwasser" wird daher sein Augenmerk auf die Grundwasserverhältnisse bei Hochwassersituationen richten. Neben Fallbeispielen werden Optimierungslösungen präsentiert.

Im fünften und letzten Themenblock "Ausgewählte Projekte" werden zum krönenden Abschluss außergewöhnliche Projekte des Wasserbaus zum Zwecke des Hochwasserschutzes vorgestellt. Dazu gehören die aufwändige Umgestaltung der Emscher und als internationale Beispiele die Schutzanlagen für Venedig und Rotterdam.

Das Internationale Wasserbau-Symposium des Instituts für Wasserbau und Wasserwirtschaft der RWTH Aachen hat sich im Laufe der Jahrzehnte als von Fachkreisen immer wieder gerne genutzter Treff- und Informationspunkt etabliert. Es richtet sich vor allem an Bauingenieure und Bauingenieurinnen aus den Bereichen Wasserbau und Wasserwirtschaft, steht aber grundsätzlich allen Interessierten offen. Die Aktualität und Relevanz des gewählten Themas lässt uns wieder rund 400 Teilnehmer aus dem In- und Ausland erwarten. Im Foyer wird Firmen die Möglichkeit zur Präsentation gegeben. So ist ein weiterer Einblick in den aktuellen Stand des Wasserbaus und der Wasserwirtschaft möglich, der nicht nur auf das Thema des Symposiums beschränkt bleibt.

Ort der Veranstaltung ist das Bauingenieur-Sammelgebäude der RWTH Aachen. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich, die Teilnahme ist kostenfrei. Dies wird unter anderem durch die Unterstützung des Ministeriums für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen ermöglicht. Der Tagungsband kann im Anschluss an das Symposium zum Selbstkostenpreis bestellt werden.