Nachwuchsforschungsgruppe Interaktion Mensch - Gewässer

Ansprechpartnerin

Name

Stefanie Wolf

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Telefon

work
+49 241 80-25748

E-Mail

E-Mail
 

Herausforderungen und Ziele

Feinsedimenteintrag in das Staubecken Heimbach durch den Kermeterstollen Urheberrecht: © IWW Feinsedimenteintrag in das Staubecken Heimbach durch den Kermeterstollen

Der menschliche Einfluss auf Flüsse in Mitteleuropa reicht viele Jahrtausende zurück und beginnt spätestens mit der Intensivierung der Landwirtschaft und Waldrodung. Viele der heutigen Gewässerveränderungen haben ihren Ursprung im Mittelalter, wie z. B. Mühlengräben, die noch heutzutage von der Industrie genutzt werden. Flussbegradigungen und der Talsperrenbau begannen spätestens mit der Industrialisierung. Heute überlagern sich morphodynamische Prozesse aus vergangenen und aktuellen Maßnahmen. Zudem bilden natürliche Rahmenbedingungen das Fundament für die Gewässerentwicklung. Wie sich Fließgewässer zukünftig entwickeln und auf Maßnahmen der aktuellen Wasserwirtschaft reagieren, lässt sich deswegen nur schwer abschätzen. Wie wir mit unseren Fließgewässern leben, ändert sich zudem je nach sozioökonomischer Ära. Flüsse haben beispielsweise im Hochwasserfall oder über ihre Funktion als Transportweg und Wasserlieferant ebenso einen Einfluss auf den Menschen, wie sie durch ihn verändert werden. Durch die zunehmende Besiedelung von Flussauen und Begrenzung der Gewässer durch Infrastruktur greift der Mensch nicht nur direkt in die Gewässerentwicklung ein, es kommt auch zu einer erhöhten Betroffenheit bei Hochwasser.

  Erosion in der Ahr nach der Flut von Mitte Juli 2021 Urheberrecht: © IWW Erosion in der Ahr nach der Flut von Mitte Juli 2021

Das Ziel der Nachwuchsforschungsgruppe Interaktion Mensch – Gewässer ist einen Beitrag zur klimaresilienter Wasserwirtschaft mit einem morphologischen und hydrologischen Schwerpunkt zu leisten. Hierfür wird der menschlichen Einfluss auf die morphologische Fließgewässerentwicklung betrachtet. Gleichzeitig werden Schnittstellen untersucht, an denen der morphologische und hydrologische Zustand von Fließgewässern einen direkten Einfluss auf den Menschen hat, beispielsweise im Hochwasser- oder Dürrefall.

 
 

Aufgaben und Forschungsmethoden

Menschlicher Einfluss auf die Gewässerentwicklung Urheberrecht: © S. Wolf Menschlicher Einfluss auf die Gewässerentwicklung, Eingriffe in den hydrologischen Kreislauf und den Gesteinskreislauf

Aufgabe der Nachwuchsforschungsgruppe ist zum einen die Evaluation menschlicher Einflüsse, wie etwas wasserwirtschaftliche Maßnahmen und Landnutzungsänderungen, auf die Gewässerentwicklung. Geoinformationssystemgestütze Langzeitbeobachtungen der Gewässerentwicklung bilden einen zentralen Ansatz, um historische und aktuelle Kausalzusammenhänge zu erfassen. Zum anderen soll untersucht werden, wie die aktuelle Auennutzung und fließgewässernahe Infrastruktur mit Hoch- und Niedrigwasser interagiert. Neben hydraulischen Interaktionen werden auch der Sediment- und Treibguttransport mitbetrachtet.

Über eine Kombination von hydronumerischer Simulationen, Modellversuche und Felduntersuchungen lässt sich verschiedenen Fragestellungen begegnen.